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Richtlinien

Ausbildungsrichtlinien Qi Gong


Präambel

Qi Gong ist eine uralte aus China stammende Methode, bei der die Wirkung von Bewegungsübungen mit innerer Konzentration, Atemtechniken, besonderen Handhaltungen und Mantras enorm gesteigert wird. Qi Gong wird zur Gesunderhaltung, zur Gesundung, zur Meditation und auch therapeutisch ausgeübt. Es dient durch seinen meditativen Aspekt und die Schulung der inneren Konzentration und Energieführung zur Erweiterung des persönlichen Potentials und auch des Bewusstseins.

Qi Gong geht je nach Übungssystem auf buddhistische, daoistische oder konfuzianische Quellen zurück und ist vor dem Inhalt der entsprechenden Grundphilosophie zu verstehen. Zum Grundverständnis des Qi Gong gelangt der/die Übende essentiell durch die eigene tägliche Übungspraxis und damit die eigene Erfahrung und Einsicht, das eigene praktische Erleben.

Qi Gong ist ein Übungsweg, die eigenen geistigen und körperlichen Aspekte in Einklang mit dem Äußeren, traditionell dem Himmel und der Erde sowie dem Universum zu bringen. Die Übungspraxis stellt einen lebenslangen Prozess des Lernens und der Selbstentwicklung sowie des Persönlichkeitswachstums und der optimalen Ausnutzung der eigenen Ressourcen dar.

Zielsetzung

Die Ausbildungsrichtlinien Qi Gong sollen das Einhalten von allgemein anerkannten Qualitätsstandards im Sinne einer Qualitätssicherung gewährleisten, die als Mindestanforderung anzusehen sind, aber jederzeit überschritten werden können. Die hier formulierten Qualitätsstandards dienen der Transparenz, dem Schutz der Schüler und Schülerinnen (Kundenschutz), sind Grundlage für eine Zertifizierung und für ein entsprechendes Berufsbild. Die Ausbildungsrichtlinien beschreiben die Bedingungen für eine nebenberufliche Ausbildung, so wie sie sich aktuell
in Deutschland etabliert hat.

Voraussetzungen und Vorerfahrungen

Die Qi Gong-Ausbildung ist für Menschen offen, die Freude und Selbsterfahrung mit Qi Gong haben und die sich mit Hilfe dieses hocheffektiven Übungssystems bewusst Zeit nehmen für ihre eigene Gesundheit und Weiterentwicklung sowie dieses selbst erübte Wissen weitervermitteln wollen.

Voraussetzungen für die Teilnahme am Ausbildungsgang sind:

- Eine mindestens durchschnittliche körperliche Beweglichkeit und Bewegungsfähigkeit
- Eine mindestens durchschnittliche psychische Stabilität und Belastbarkeit
- Offenheit und Interesse an den Ausbildungsinhalten und dem Ausbildungsansatz
- Die Selbstverpflichtung der Teilnehmer, das Übungsgut täglich mindestens 30 Minuten praktisch zu üben und zu pflegen

Vorerfahrungen sind für die Ausbildung vorteilhaft.

Das Ausbildungskonzept 

Dem Ausbildungskonzept liegt inhaltlich ein Ausbildungsprogramm zu Grunde, das aus zwei in sich abgeschlossenen, aufeinander aufbauenden Stufen der Ausbildung besteht.

Stufe 1: Kursleiter/in
Stufe 2: Lehrer/in

Stufe 1: Kursleiter/in

Zertifizierung: Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung wird ein Zertifikat zum/r QiGong-Kursleiter/in ausgestellt.
Der Kursleiter ist berechtigt, nach Abschluss der Stufe 1 im Rahmen der Prävention Qi Gong der Basisstufe (Basisübung, Yin Yang He Qi Fa) zu unterrichten.


Ausbildungszeit: mindestens 250 UE, Mindestdauer 2 Jahre

Übungs-Erfahrungszeit: mindestens 2 Jahre / mindestens 0,5 Stunden täglich

Unterrichts-Erfahrungszeit: es soll vor Ausstellung des Zertifikates Unterricht nur in Absprache mit den Ausbildern erteilt werden.

Die Anerkennung erfolgt nach bestandener schriftliche Prüfung, Unterrichtsdemonstration und schriftlicher Hausarbeit zu einem vorgegebenen Thema (ca. 8-10 Seiten A4 im Ausdruck).

Ausbildungsinhalte:

Praktische Fähigkeiten in Qi Gong (mind. 175 UE)

- Mindestens gute Kenntnis der Basisübung Chan Mi Qi Gong (bewegtes Qi Gong/Donggong)

Mindestens Nachweis über 60 Stunden Basisübung im Kurs

- Mindestens gute Kenntnis von Yin Yang He Qi Fa

Mindestens Nachweis über 36 Stunden Yin Yang He Qi Fa
- Übung zum Blutdruck senken
- Übung zur Regulierung der Sehschärfe
- Shuang Yun Gong (Spontanbewegung)
- Reinigungsübung
- Tu Na Qi Fa 1 und 2
- Stilles Qi Gong: Ren Bu

Kenntnisse in Qi Gong-Theorie (mind. 25 UE) Wurzeln des Qi Gong

- Schulen, Traditionen, Richtungen, Stile, Systeme des Qi Gong
- Definition und Charakteristika von Qi Gong
- Grundlagenkenntnisse von Qi, Qi Qualitäten und Qi Wahrnehmung
- Basisbegriffe des Qi Gong
- Möglichkeiten und Grenzen des Qi Gong in verschiedenen Einsatzgebieten

Kenntnisse in TCM (mind. 25 UE)

- Die Polaritäts-Prinzipien
- Die 5 Elemente / Wandlungsphasen
- Das Meridiansystem

Kenntnisse in westlicher Medizin / Sportmedizin (mind. 12.5 UE)

- übungsrelevante Grundkenntnisse in Anatomie und Physiologie
- Kenntnisse in Erster Hilfe und Handeln bei Übungszwischenfällen

Kenntnisse in Pädagogik (mind. 12.5 UE)

- Allgemeine Pädagogik
- Didaktik und Methodik des Qi Gongunterrichts
- Spezielle Lehr-und Lern-Problemkomplexe

Stufe 2: Lehrer/in

Voraussetzungen für die Teilnahme am Ausbildungsgang Lehrer/in ist die erfolgreich abgeschlossene und zertifizierte Kursleiter-Ausbildung.

Zertifizierung: Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung wird ein Zertifikat zum/r Qi Gong-Lehrer/in ausgestellt. Der/die Lehrer/in ist berechtigt, nach Abschluss der Stufe 2 Qi Gong-Seminare zu leiten und er/sie ist berechtigt unter der Gesamtverantwortung eines Ausbilders an der Ausbildung von KursleiterInnen eigenverantwortlich und an der Ausbildung von Lehrern als Assistent/in mitzuarbeiten.

Ausbildungszeit: mindestens 250 UE, Mindestdauer 3 Jahre

Übungs-Erfahrungszeit: mindestens 3 Jahre und mindestens 0,5 Stunden täglich

Unterrichts-Erfahrungszeit: soll 2 Jahre und mindestens 180 UE nachweisbare Kurs-Unterrichtserfahrung

Die Anerkennung erfolgt nach bestandener schriftliche Prüfung, Lehrprobe und schriftlicher Abschlussarbeit zu einem vorgegebenen Thema oder zum eigenen Entwicklungsweg mit Qi Gong (ca. 10-20 Seiten A4 im Ausdruck).

Ausbildungsinhalte:

Praktische Fähigkeiten in Qi Gong (mind. 150 UE)

- Inhalte der Stufe 1 sowie
- Ren Bu (Stilles Qi Gong)

Mindestens Nachweis über 36 Stunden Ren Bu im Kurs

- Ren Bu und mindestens 2 der folgenden Übungen

San Mi
Zhi Fa Guan Ding
Ming Xin Fa

- Bewegte Heilungsübungen

Hui Gong
Shuang Yun Gong

- Spezielle ergänzende Übungen zur Schulung von Bewegung und Körperhaltung
- Spezielle Alltagsübungen zur Übungsvorbereitung im Alltag

Tu Na Qi Fa 5

Kenntnisse in Qi Gong-Theorie (mind. 25 UE)

- Inhalte der Stufe 1
- Entstehungs-und Entwicklungsgeschichte des Qi Gong
- Grundlagenwissen über den Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus
- Wirkprinzipien des Qi Gong
- Sichere und umfassende Kenntnisse der drei Säulen des Qi Gong (Körper, Geist, Atmung)
- Qi, Jing-Essenz und Shen-Geist
- Aggressionskontrolle mit Qi Gong
- Möglichkeiten und Grenzen des Qi Gongin verschiedenen Einsatzgebieten,-bereichen sowie der eigenen Fähigkeiten
- Kenntnis von Nebenwirkungen und möglichen Zwischenfällen

Kenntnisse in TCM (mind. 37.5 UE)

- Das Meridiansystem (Vertiefung)
- Das chinesische Energie-Modell
- Die Organ-Theorie

Kenntnisse in westlicher Medizin / Sportmedizin (mind. 25 UE)

- Kenntnisse in übungsrelevanter Anatomie und Physiologie (Vertiefung)
- Salutogenesetheorie, Präventionstheorien

Kenntnisse in Pädagogik (mind. 12.5 UE)

- Inhalte der Stufe 1
- Allgemeine Pädagogik / Vertiefung
- Didaktik und Methodik des Qi Gong-Unterrichts / Vertiefung
- Spezielle Lehr-und Lern-Problemkomplexe / Vertiefung

Hier finden Sie die Ausbildungsrichtlinien der Deutschen Qigong Gesellschaft

Weitere Informationen finden Sie im Ausbildungsvertrag, den Sie als pdf-Datei herunterladen können

Ausbildungsvertrag